Ich hatte da früher so ein tolles Bild im Kopf: Meine Kinder gehen auf eine Schule, die perfekt zu meinen Vorstellungen passt. Kreativ, frei, ein bisschen abseits vom Standard – so à la „Schule fürs Leben“.
In meinem Kopf: eine wunderschöne Waldorfschule mit Holzspielzeug, Epochenunterricht und ganz viel Raum für Fantasie.

In der Realität:
Diese Schule liegt nicht bei uns im Ort. Und „nicht bei uns im Ort“ heißt: morgens und nachmittags Autofahrten quer durch den Landkreis. Dazu Kindergeburtstage irgendwo in Dörfern, die man nur findet, wenn man einen Kompass, eine Wanderkarte und Google Maps gleichzeitig benutzt.
Klingt vielleicht machbar. Aber ganz ehrlich: Ich habe schon genug Logistik im Alltag.
Einkäufe, Termine, Arztbesuche, Sportvereine – und dann noch als Taxiunternehmen im Dauerbetrieb? Nein, danke.
Also hab ich’s mir einfach gemacht: Normale Grundschule. Hier im Ort. Freunde wohnen in der Nachbarschaft, der Schulweg ist kurz, und wenn wir mal spontan verabreden wollen, ist das kein halber Tagesausflug. Früher hätte ich mich dafür vielleicht ein bisschen schlecht gefühlt. So nach dem Motto: „Hätte ich nicht alles geben sollen, um die perfekte Schule zu ermöglichen?“
Heute denke ich: Die perfekte Schule ist die, bei der wir als Familie nicht am Limit laufen.
Und mal ehrlich: Meine Kinder lernen hier genauso lesen, schreiben, rechnen – und vor allem: Sie lernen, dass ihre Mama nicht jeden Tag abgehetzt und mit leeren Kaffeetassen im Auto sitzt.
Manchmal ist „einfach machen“ nicht nur der bequemere Weg – sondern der klügere. 🙃





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