Ich hab lange geglaubt, dass nur ich solche „Elternmomente“ erlebe: Du stehst im Kindergartenflur, dein Kind glücklich mit seiner Brotdose unterm Arm – und eine andere Mutter wirft dir diesen Blick zu.
Du weißt schon: den Blick, der ungefähr sagt: „Aha. Toastbrot.“
Und ja. Es war Toastbrot.
Nicht Dinkel-Vollkorn-Quinoa-irgendwas, sondern dieses weiche, labbrige, perfekt rechteckige Zeug, das sich hervorragend als Schminkschwamm für Puppen eignet. Und schon beginnst du, dich schlecht zu fühlen.
Schlecht, weil irgendeine dahergelaufene achsoperfekte Übermutter alles besser kann und besser weiß als du und zudem noch den ganzen Tag Zeit hat, sich nur mit dem Essen und der Bespaßung der Kinder zu beschäftigen 🤯.
Was sie nicht wusste: Zu diesem Zeitpunkt hätte meine Tochter nichts anderes angerührt. Wirklich nichts. Ich hätte ihr auch ein kunstvoll geschnitztes Gurkenkrokodil mit Bio-Hummus servieren können – es wäre im Kindergartenmülleimer gelandet.
Klingt bekannt?
Dieses „Aber so hatte ich mir das nicht vorgestellt“-Gefühl, wenn Kinder nicht so mitspielen wie der Plan in deinem Kopf? Ich hatte früher diese Bilder im Kopf: gesunde Brotdosen, abwechslungsreich, bunt, Pinterest-tauglich.
In der Realität: Toastbrotphase.
Lange hab ich dagegen angekämpft. Hab morgens um 6 Uhr noch schnell Karottensterne ausgestochen, nur um sie nachmittags unberührt wieder einzupacken. Irgendwann hab ich kapiert: Es ist okay, es sich leicht zu machen. Nicht perfekt. Aber stressärmer. Denn manchmal ist das Wichtigste nicht, was in der Brotdose liegt – sondern dass das Kind überhaupt isst.
Und dass du morgens nicht schon fix und fertig bist, bevor der Tag richtig anfängt. Heute denk ich mir: Toastbrot war nur eine Phase (die übrigens immer wieder kommt 😅). Und ich bin froh, dass ich nicht jeden Tag Energie in einen Kampf gesteckt habe, den keiner gewinnen konnte.
Manchmal ist „es sich einfach machen“ einfach das notwendig. 🙃





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