(Oder: Wie ich gelernt habe, nicht jeden Tag im Chaos zu versinken)
Ganz ehrlich, ich habe mich lange gefragt, wie andere Eltern das machen. Job, Kinder, Haushalt, Kita, Schule, Termine, Zahnarzt, Elternabend, Freundschaften – und zwischendurch soll man bitte auch noch achtsam leben, Sport machen und sich gesund ernähren.
Klar 🤡
Es gab eine Zeit, da habe ich abends das Gefühl gehabt, den ganzen Tag über nichts geschafft zu haben – obwohl ich quasi durchgehend gerannt bin. Und wenn ich doch mal 10 Minuten zum Durchatmen hatte, kam das schlechte Gewissen: Hätte ich nicht jetzt lieber Wäsche falten sollen? Oder Mails beantworten? Oder was mit den Kindern machen?
Es war frustrierend.
Und dann kam irgendwann die Erkenntnis (nach einem kleinen Nervenzusammenbruch zwischen zwei Terminen und einem verschmierten Joghurtbecher): Ich muss nicht mehr Zeit haben. Ich muss besser mit der Zeit umgehen, die ich habe. Und so habe ich Schritt für Schritt meine persönlichen Zeitmanagementstrategien entwickelt – nichts Perfektes, nichts mit Farbtabellen und 5 Uhr morgens aufstehen (never ever ), aber alltagstauglich, machbar und inzwischen wirklich hilfreich.
1. Der Kalender ist mein zweites Gehirn
✅ Alles kommt rein.
Wirklich alles. Von Zahnarzttermin bis “Freundin X zurückrufen” – sobald es im Kopf ist, wird es eingetragen. So vergesse ich nichts und muss auch nicht dauernd daran denken.
✅ Familienkalender nutzen
Wir haben einen Kalender für alle – nicht digital, aber als kleines Büchlein in der Küche zum rein schauen. Jeder weiß, wer wann wo ist.
Spart Diskussionen und Doppelbuchungen.
Ich finde diesen Familienplaner hier sehr praktisch und übersichtlich https://amzn.to/4mQDp7i (Werbung).
✅ Zeitblöcke einplanen:
Ich arbeite mit festen Zeitfenstern. Z.B. Mails nur morgens, Meetings nur vormittags, kreative Aufgaben am späten Nachmittag. So bleibt der Kopf klarer, weil ich nicht dauernd zwischen allem hin- und herspringe.
2. „Good enough“ ist das neue Perfekt
Der Boden ist nicht gewischt? Der Wäschekorb lacht dich aus? Das Abendessen besteht aus Brot und Spiegelei?
Ist okay.
Wenn du arbeitest oder so wie ich selbstständig bistUND Kinder hast, dann musst du Prioritäten setzen. Und manchmal ist „einigermaßen erledigt“ völlig ausreichend. Perfektion ist kein Ziel mehr – Funktionieren mit Herz schon eher.
3. To-do-Listen – aber bitte clever
Ich liebe Listen. Aber ich bin auch schnell überwältigt von zu langen Listen.
Also:
- 3 wichtigste Aufgaben pro Tag definieren.Der Rest ist Bonus.
- Hausarbeit als Aufgabenblock zusammenfassen („Haushalt 30 Minuten“ statt „Spülmaschine ausräumen, Wäsche, Müll“ etc.)
- Erledigte Aufgaben abhaken – das befriedigt die Seele 💆♀️
4. Zeit für mich blockieren – ohne Ausrede
Ich weiß, es klingt egoistisch, aber es ist überlebensnotwendig: Ich plane bewusst Zeit für mich ein – und verteidige sie wie ein Löwe. Manchmal ist das nur ein Kaffee in Ruhe. Oder 15 Minuten auf der Terrasse. Oder eine heiße Dusche mit Tür zu. Diese kleinen Inseln im Alltag helfen, den Kopf über Wasser zu halten.
5. Kinder einbeziehen – statt alles allein zu machen
Je nach Alter können Kinder viel mehr mithelfen, als wir denken:
- Frühstückstisch decken
- Kleidung selbst rauslegen
- kleine Haushaltsaufgaben übernehmen
- selbstständig Schulranzen packen (okay, mit Erinnerung 😉)
Das dauert anfangs länger – aber langfristig lohnt es sich enorm. Und es stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder.
6. Nein ist ein vollständiger Satz
Das war für mich das Schwierigste – aber auch das Wichtigste. Ich muss nicht überall helfen, nicht bei jedem Elternprojekt mitmachen, nicht jeden Kaffee trinken oder jede Einladung annehmen. Meine Zeit ist kostbar – und ich darf sie bewusst einsetzen 🧘🏻♀️
Fazit
Zeitmanagement mit Kindern ist kein Zaubertrick. Es ist eher ein ständiges Justieren, Umplanen, Neudenken. Aber mit ein paar einfachen Strategien lässt sich der Druck rausnehmen – und das Leben wieder etwas mehr genießen. Und wenn’s mal wieder gar nicht läuft, ist das auch okay. Dann machen wir eben das Beste draus. Und schalten abends einfach mal den Fernseher ein.
Weil einfach auch manchmal einfach reicht.





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